5 wichtige Tipps für einen positiven Stillstart - Ein Beitrag von Anett August, Hebamme

Liebste Mama (to be), Stillen ist etwas Tolles! Wie schön, dass du dich mit diesem Thema auseinander setzt. Ich wünsche mir für dich, dass du einen positiven und erfolgreichen Start in die Stillzeit erleben darfst und hoffe, dass dir diese Tipps hilfreich sind.  

Mit dem Stillen verhält es sich sicherlich nicht so wie mit dem Kuchenbacken; es gibt nicht DAS eine Rezept mit Geling-Garantie. Aber hier sind mal die Grundzutaten, die dir helfen sollen, eine gute Basis herzustellen. Und aus der kann man dann im zweiten Schritt formen, optimieren, perfektionieren und die eigene Kreation entstehen lassen. Alles klar?

Here we go!

Wir brauchen..

 

1. Das richtige Mindset

Stillen ist ein zutiefst natürlicher Vorgang. So hat die Natur es vorgesehen, dass dein Baby ernährt wird. Über die Milch von dir, nicht vom Drogeriemarkt. Aus der Brust, nicht aus der Flasche. Was wäre denn aus unseren Vorfahren geworden; was mit Frauen und Kindern aus Entwicklungsländern, denen nicht der Luxus von Muttermilchersatzprodukten zur Verfügung steht? Ich will dich zum Nachdenken anregen! Zweifelst du noch an der Genialität der Natur, oder glaubst du dran? 
Du KANNST stillen. Du bist dazu gemacht, dein Baby zu ernähren!
Vertraue der Kompetenz, der Weisheit, der Fähigkeit deines Körpers, Milch zu bilden- in der passenden Menge und perfekten Zusammenstellung für die individuellen Bedürfnisse deines Babies. 
Du sorgst für die richtigen Rahmenbedingungen, und dein Körper macht den Rest. Trust the process!

 

2. Die richtigen Rahmenbedingungen

Optimalerweise stellst du deinem Körper die wichtigsten "Zutaten" zur Verfügung, sodass dieser überhaupt Milch bilden kann. 
Merke: Nach der Geburt hat dein Körper eine kolossal lange to-do-Liste zu erledigen und vollbringt oscarreife Leistungen. Er muss sich erholen von den Strapazen der Geburt, Wundheilung ermöglichen, Wochenfluss produzieren, hormonelle Umstellungen managen, Blut bilden, die Veränderungen der Schwangerschaft rückgängig machen, Rückbildungsprozesse in Gang bringen, Bindung ermöglichen, und so weiter und so fort- um nur mal ein paar der Aufgaben zu nennen. Milchbildung ist on top. Milchbildung ist die Kirsche auf der Sahnehaube! Sprich, das macht dein Körper nur, wenn er noch genügend Energie zur Verfügung hat (nachdem alle anderen Prozesse versorgt sind). Insofern ist es wahnsinnig wichtig, dass du deinem Körper folgende Ressourcen zur Verfügung stellst:
-so viel Schlaf wie irgendwie möglich
-körperliche Ruhe, Schonung, Erholung
-ausreichend Energie, das bedeutet ca. 500kcal mehr pro Tag! Dein Energiebedarf ist nun höher als in der Schwangerschaft. Verrückt, aber good to know! Ich weiß, im ersten Baby-Trubel kann man das Essen schon mal vergessen, insofern stell dir zum Stillen gerne nahrhafte, healthy Snacks mit dazu. Energyballs, Avo on Toast, Bananenmilch, Porridge, Studentenfutter, Frucht-Nuss-Riegel,.. 
Worauf hast du Lust? Was lacht dich an? Lass dich umsorgen und nähren, vor allem in der Zeit, wenn du dein Baby ernährst.

-ausreichend Flüssigkeit, das bedeutet mindestens 2-3l/Tag. Optimalerweise in Form von Wasser, Sprudel, (Still-)Tee, ggf. hochwertigen Saftschorlen.

 

3. Die richtige Unterstützung
Bitte deine Hebamme, dir zu helfen und versichere dich bei den ersten eigenen Stillversuchen, dass du alles richtig machst. Verwende Hilfsmittel wie Still- oder Sofakissen, dass du deine Arme entspannt ablegen kannst und nicht deine Schulter-Nacken-Region verspannst. Lass dich durch deinen Partner unterstützen- er kann dir das Baby „reichen“, die Position korrigieren oder dich liebevoll umsorgen während des Stillvorgangs. Scheue dich nicht, alle deine Fragen zum Stillen von Anfang an loszuwerden. Umso schneller fühlst du dich sicher und selbstbewusster.

 

4. Die richtige Position
Das A und O einer glücklichen und erfolgreichen Stillbeziehung. Die richtige Position beugt Schmerzen beim Stillen bzw. Wundwerden der Brustwarzen vor. Wollen wir nicht, brauchen wir nicht, deswegen: Da dürfen wir ruhig ein bisschen pedantisch und penibel sein! 

Lass dir unbedingt von Anfang an die richtige Position zeigen. Auch hier gilt: Learning by doing, es ist ganz normal, dass es ein ein wenig dauert, bis du den Dreh bzw. Griff raus hast und dich sicher fühlst. Gib dir und deinem Baby Zeit und übe dich in Geduld. Es ist noch keine Still-Meisterin vom Himmel gefallen.

 

5. Das richtige "Equipment

Mhm, da gibt's nicht so viel zu sagen. Wir brauchen deine Motivation und dein Mindset, siehe erster Punkt! Wir brauchen deine Brust und maximal ein Stillkissen. Lass Stillhütchen, Milchpumpe, Flasche, Kunstnahrung, Schnullis, sämtliche Pflegeprodukte,.. getrost erst mal im Ladenregal stehen. Sollte eine spezielle Stillsituation auftreten, wird deine Hebamme deinen Partner mit Einkaufsauftrag losschicken. Aber im Vorhinein: Nein, brauchen wir das ganze Zeug in der Regel nicht. Denk zurück an die Absicht der Natur. Keep it simple.
Lass dich nicht verunsichern durch Stillstories aus deinem Bekanntenkreis, von gut gemeinten Ratschlägen oder vorsorglichen Einkaufstipps. Du schreibst deine eigene Geburts- und Stillgeschichte. Und die wird super. 


Liebe Mama (to be), ich hoffe, du hast eine kleine Idee davon bekommen, welche Weichen du stellen kannst und darfst. Welche Erkenntnis ist dir neu? Was hat dir geholfen? Was war für dich wichtig? Ich freue mich von dir zu hören und wünsche bis dahin erst mal Happy breastfeeding;)!

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